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Die (standardisierten) Fragen stellte bestHELP, eine österr. ExpertInnenplattform. März 2010.
Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen?
Ich war ein Viertel Jahrhundert Marktforscher und Prozessberater / Projektleiter im IT-Bereich. Als Ausgleich zu diesen formalisierten Tätigkeiten studierte ich Philosophie und Psychologie. Jetzt - mit 62 Jahren - möchte ich auch beruflich direkt mit Menschen zu tun haben und meine Erfahrungen anbieten.
Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?
Lebenserfahrung samt Einsicht in gemachte Fehler, ein starkes Eingebundensein im nahen sozialen Umfeld (Familie, Freunde,..), vielseitige theoretische Ausbildung, ein Einfühlenkönnen in andere Menschen und Geduld.
Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?
Ein Schwerpunkt ist das Arbeiten mit männlichen Klienten zwischen 15 und 25. Einige haben die Schule oder Lehre abgebrochen, ohne Erfolg jahrelang studiert oder wissen nicht, was sie jetzt beruflich tun sollen. Warum sich gerade dieser Schwerpunkt ergeben hatte? Möglicherweise weil ich zur Minderheit männlicher Berater gehöre. Ein Draht stellt sich zwischen Männern bisweilen schneller ein als zwischen Mann und (weiblicher) Beraterin/Psychologin.
Als anderer Schwerpunkt hat sich die Paarberatung / Paartherapie ergeben. Vielleicht weil ich selbst viele Beziehungshöhen und Tiefen durchgemacht habe und mich oft sowohl in die Perspektiven der Frau als auch des Mannes einfühlen durfte und musste. Das Interessante dieses Themas aber ist, dass in der gegenwärtigen Welt die alten Vorstellungen, was Mann und Frau sein sollen oder dürfen, nicht mehr greifen. Die Welt ist sehr viel umfassender und dynamischer geworden. Werfen Sie bei Gelegenheit einen Blick in den BLOG Fragen und Antworten. Zufriedenheit und vielleicht sogar Glück kann auf sehr unterschiedliche Weisen in der Welt der Geschlechter der heutigen Zeit erfahren werden.
Berufsorientierung. Warum dieser Bereich? Bitte sehen Sie selbst meine Job- und Karrierelaufbahn unter Praxis & Beruf, die in unterschiedliche Anwendungsrichtungen geführt hatten.
Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden?
Zur Berufsorientierung (inklusive einer Lebensorientierung) männlicher Jugendlicher, die den Faden verloren haben: Einige wesentliche Lebensbereiche wie Schule, Gesundheit und Soziales sind überwiegend in weiblicher Hand. Folgen: 1. Der feminine Denk- und Lebensstil wird subtil bevorzugt. 2. Auf unterschiedliche geschlechtstypische Verhaltensweisen und etwa größeren räumlichen Bedürfnissen der Jungs wird nicht eingegangen.
Natürlich tragen die kleinen und großen Buben das Ihre dazu bei, schlecht zu bleiben: Im Kreis der Kumpels gilt Lernen als uncool, fürchterlich - ein Streber! Die Clique schaut nur auf den unmittelbaren gegenwärtigen Spass und vergisst auf das Morgen. Die Folgen: Jungs weisen weniger Schulabschlüsse auf, haben schlechtere Noten und brechen häufig ihre Ausbildung ab. Die Größenordnung des Problems ist enorm. Sie wird in der nächsten Generation erhebliche negative Auswirkungen haben. Negative Folgen auch für die Frauen - wenn letzte nämlich zu wenige lebens- (und liebes-) tüchtige Männer am Partnermarkt vorfinden werden.
Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen?
Dass meine Klienten wieder Lebensmut fassen. Sie sollen ein größeres Vertrauen zu sich selber erlangen und so mehr innere Sicherheit spüren. Das langfristige Ziel für Klienten ist, zufriedener zu werden und Freude am Leben haben.
Was ist Ihr Lebensmotto?
Albert Schweitzers Satz: 'Du lebst und bist umgeben von Leben, das leben will'. Er gilt für alles Belebte, nicht nur den Menschen.
Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie?
Beratung zielt grundsätzlich auf eine Unterstützung in einem konkreten Themenbereich. Diese Hilfe richtet sich auf wohl definierte Probleme in der Lebenswelt des Klienten.
Therapie wird in der Tiefe der Persönlichkeit wirken.
In Sitzungen ist oft beides nötig. Es liegt am Berater / Therapeut, das jeweils passende Elemente aus diesen beiden Gebieten zu verwenden.

Ein nahender Sommerregen im österreichischen Weinviertel
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