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Hirse: Süße Versuchung für Kinder Drucken E-Mail

 

Myanmar Geschwister Aufpassen Pflicht

 

Kinder zu gesundem Essen verführen? Puh, das ist in heutigen Zeiten schwer, sehr schwe! Meist zerschellt die elterliche Fürsorge am bedingungslos abwehrenden "Das ess' ich nicht!". Zu intensiv ist der schnelle Genuss bunt-glitzernd verpackter Kinderschokolade. Zu saftig und explosiv-süß sind Cremes aus Kunststoffbechern.

 

Ein dezenter Türöffner für gesünderes Essen sind süße Speisen aus Hirse. Hirse? Ja, Hirse ein Süßgras. Hmh, hat das nicht was mit Afrika oder Asien zu tun? Jetzt schon, aber in nicht allzu ferner Vergangenheit wuchs dieses Süßgras auch in Europa. Der Name verrät es: 'hrisi' kommt aus dem Altgermanischen / Althochdeutschen und heißt '(zufriedenes Gefühl der) Sättigung'*). Diese kleinen gelben, grauen oder roten Kügelchen stellen alte europäsche Kultur dar. Und sind nicht nur süß, sondern reich an Mineralstoffen aller Art. Und das nicht nur in den äußeren Schalen, sondern im Inneren.

 

Die Hirse geriet irgendwann in den letzten Jahrhunderten langsam in Vergessenheit.  Der Anbau war vielleicht zu mühsam geworden. Die im Vergleich riesige Kartoffel und der mächtige Mais - die neuen amerikanischen Pflanzen - verdrängten die kleinen unscheinbaren Kügelchen. Die reichen Ernten der neuen Sorten ließen die Vorteile des bisherigen Getreides vergessen: Dieses Süßgras braucht zwar Sonne im Sommer, kommt aber mit wenig Wasser aus. Insgesamt war auf die Hirseernte mehr Verlass. Hungersnöte aufgrund fehlgeschlagener Hirseernten gab es kaum. Es sieht so aus, als hätte der Import fremder Pflanzen das gewachsene Lokale, als hätte die Quantität die Qualität geschlagen. Das kennen wir doch in der gegenwärtig globalen Zeit zur Genüge, oder?

 

Jedes Reis-Rezept kann auch mit Hirse gekocht werden. Man muss nur aufpassen. Hirse benötigt mehr Wasser - sie quillt stärker als Reis. Und damit sind wir wieder zurück bei der Einleitung: Süße Reisspeisen für Kinder schmecken mit Hirse nicht nur genau so gut, sondern sogar besser. Hier haben Sie eine Möglichkeit an der Hand, Kindern - wenigstens hie und da -  zu gesundem Essen verführen zu können.

 


 

Das Basisrezept funktioniert so:

Bestandteile

  • Quellflüssigkeit: zweieinhalb Becher (halb Wasser und halb Milch, falls eine Süßspeise daraus werden soll)
  • Hirse: ein Becher
  • etwas Meersalz
  • gesondert: Warmes Wasser zum Waschen

Vorbereitungsarbeiten

  • Die Hirsekörner in warmem Wasser zwei- bis dreimal durchspülen, bis das Spülwasser klar geworden ist

Kocharbeiten

  • Die Quellflüssigkeit (falls Milch enthalten ist) in einem Topf mit dickerem Boden erwärmen, jedoch nicht zum Kochen bringen. Etwas (Betonung auf Etwas!) salzen. Die gewaschene Hirse dazugeben.
  • Rund sieben Minuten köcheln lassen.
  • Die Hitze wegnehmen und rund 20 Minuten ausquellen lassen. Nicht umrühren!

Endarbeiten

  • In beliebige Geschmacksrichtung würzen

 


 

Süße Hirse

Bestandteile

  • Gemäß Basisrezept
  • Eine Handvoll Rosinen
  • Rosinen eventuell gemischt mit (ebenfalls getrockneten) Cranberries
  • Zwei Esslöffel Rohrzucker
  • Etwas Schokoladepulver zum Bestreuen

Vorbereitungsarbeiten

  • Die Rosinen zwei bis drei Stunden in wenig Wasser quellen lassen

Kocharbeiten

  • Die gequollenen Früchte und den Rohrzucker in das (vorerst noch kalte) Milch-Wasser-Gemisch geben
  • Erwärmen und weiteres Vorgehen wie beim Grundrezept

Endarbeiten

  • Mit Schokoladepulver bestreuen und einer Schale servieren

 


*)  Weitere sprachliche Verwandtschaft beispielsweise lateinisch crescere "wachsen, zunehmen" --> kreativ sein, kreieren (Duden, Etymologie, 1989, S. 285)

 

Bild: Burmesische Kinder; Ältere Geschwister haben die Pflicht, die jüngeren tagsüber zu betreuen

 
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