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"Süüßeste schlalalaah seit es tlalaliilaa giiiebt".
Oh welches Schlaraffenland: Schwälbchen fliegen über den Schirm, brummige Bärchen tanzen mit Honigtöpfchen, weißweiße Milch ergießt sich aus Flaschenmäulchen, .... Dann eine Sicherheit vermittelnde Stimme: "Und soo gesuund!" Worauf wir Eltern uns vor dem Fernseher freuen! Wir klatschen in die Hände, singen vor Freude, tanzen im Wohnzimmer und sind glücklich, ja wirklich und ganz hääbbiiie.
Gesundes Naschen läuft im Fernsehen, im Werbefernsehen. Dort und nur dort. Die Wirklichkeit ist bitter: Kindersnacks sind zu fett, zu süß, zu salzig, voll von unangemessenen Farbstoffen und ungezielt eingesetzten Vitaminen und Mineralen. Aber diese Einsicht gibt's nur in Konsumentenmagazinen. Regelmäßig werden wir - Eltern und Kinder - eingewickelt und über den Tisch gezogen. Märchenähnliche Erzählungen dominieren die Präsentation industriell hergestellter Lebensmittel für Kinder.
Bunte Comicfiguren versprechen das ultimative Geschmacks- und Gesundheits-Schlaraffenland. Am so genannten Point of Sale (im Regal des Supermarktes) sprechen Sammelbilder und Spielzeugbeigaben Kinderaugen und Sammel-Reflexe direkt an: Das muss ich jetzt haben. Auch wenn es abends nach dem Auspacken und einmaligen Angreifen in den Müll wandert.
Tarnen und täuschen kennzeichnen die Realität von Kindersnacks. Das reicht von der billigsten industriellen Herstellung am Förderband über lautstarke Werbung, dem trickreichen Kaufplatz gleich neben der Kasse (dem Quängelplatz, den Mütter nicht entkommen) und das unachtsame, rasch hintergeschlungen Essen.
Die Eltern spricht man mittels der Gesundheit an. Eine Apfellimonade mit viel "Heimat, Apfel und Birnen" im Namen klingt doch gut, nicht? Was, wenn von versprochenen, ach so gesunden Waldbeeren nur vier Tausendstel drinnen sind? Was, wenn gar weder Äpfel noch Birnen drinnen sind? Was ist mit einem Physalis-Früchtetee ohne Physalis? Was trinken unsere Kinder wirklich, wenn sie Früchtetee erhalten? Teuer eingekauften Zucker mit Chemie.
Manche Firmen sind schon mehr als nur frech geworden. Sie ziehen die Familien über den Tisch: Den Eltern das Geld aus der Tasche und Kindern die Gesundheit aus dem Körper. Die Eltern haben kaum die Zeit, genauer hinzusehen und die Täuschungen zu durchschauen. Die Kinder werden mittels Comics, Märchenfiguren und übersüßem Geschmack geködert. Was für ein unfaires Kräftemessen, welche Dominanz der Industrie und des Handels in diesem ungleichen Ausbeutungsfeldzug!
Wie wäre es mit süßer Versuchung ohne Täuschungen? Probieren Sie den folgenden Hirseauflauf.
HIRSEAUFLAUF
Bestandteile (Basisrezept + Zusätze)
- Quellflüssigkeit: zweieinhalb Becher (halb Wasser und halb Milch, falls eine Süßspeise daraus werden soll)
- Hirse: ein Becher
- etwas Meersalz
- gesondert: Warmes Wasser zum Waschen
- 12 bis 15 dag Rohrzucker, je nach Zuckerart.
- 1 Packerl Vanillezucker
- 2 Eier
- 10 dag Butter
- geriebene Zitronenschalen
- 2 bis 3 geriebene Äpfel
- 15 dag Rosinen, eventuell einige besonders süßende Cranberries dazu
- etwas Rum
Vorbereitungsarbeiten
- Optional: Die Rosinen zwei bis drei Stunden in wenig Wasser quellen lassen
- Die Hirsekörner in warmem Wasser zwei- bis dreimal durchspülen, bis das Spülwasser klar geworden ist
Koch- und Backarbeiten
- Die Quellflüssigkeit (Wasser + Milch) in einem Topf mit dickerem Boden erwärmen, jedoch nicht (!) zum Kochen bringen. Leicht salzen. Die gewaschene Hirse dazugeben.
- Rund sieben Minuten köcheln (= kaum kochen) lassen.
- Die Hitze wegnehmen und rund 20 Minuten ausquellen lassen. Nicht umrühren!
- Davon gesondert zubereiten: Eidotter, Rohrzucker, Vanillezucker, geriebene Zitronenschalen und Rum schaumig rühren
- Aus dem Eiklar Schnee schlagen
- die Äpfel reißen
- Die noch warme Hirse, das Dottergemisch und die geriebenen Äpfel verrühren, die Rosinen dazugeben und
- zuletzt den Schnee vorsichtig unterheben
- In die Auflaufform füllen und
- ca. 30 Minuten im Backrohr goldbraun backen (Ober- und Unterhitze: 180 Grad)
Bitte sagen Sie Ihrem Kind nicht, dass dieser Hirseauflauf gesund ist. Nur das nicht! Ihr Kind verbindet das mit hartem oder grünem Zeug, das zwar 'gesund' ist, aber nicht schmeckt. Benützen Sie die alternative Strategie: Einfach essen und gut schmecken lassen.
Bild: Kind im Mönchsgewand in Myanmar
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