Ganzheitliches Counseling in Wien Nach Kategorien Ernährung Die Schlusspointe: Das werde ich häufiger essen (4)

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Die Schlusspointe: Das werde ich häufiger essen (4) Drucken E-Mail

 

Getrocknete Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsten


Da leben wir im Schlaraffenwunderland: Nach Wilhelm Busch regnet es Honig in Tropfen. Wir brauchen nur den Mund aufzumachen und schon fliegen die gebratenen Schweinestelzen hinein. Das Schlaraffenland ist der Inbegriff von Süßem und Fleischlichem, der Vorzugsnahrung der meisten Primaten! Und dazu natürlich das Nichtstun: Nichts arbeiten brauchen, nichts zubereiten müssen - einfach aufwärmen und essen. In den USA werden bereits Apartments ohne Küchen gebaut und vermietet. Eine Mikrowelle reicht!

Nein, reicht nicht. 70% der US-Amerikaner schleppen zuviel Speck mit sich herum. Im Schlaraffenland wird man eben dick und fett. Wie in den gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm nachzulesen ist. Das wusste man das im Mittelalter. Das hat man heutzutage vergessen oder verdrängt.


Dazu kommt die minderwertig gewordene Qualität der Lebensmittel. Wie soll es auch anders gehen: Ein Kilogramm Fleisch kostet beim Diskonter nur wenig mehr als eine bessere Tageszeitung. Du kriegst das, was du bezahlst. Mit Antibiotika zu schnellem Wachstum gepeitschte Tiere fressen einander die Schwänzchen ab und vegetieren gestresst, angsterfüllt und durch Betablocker ruhiggestellt dahin. So entstehen ein minderwertiges und schlecht schmeckendes Nahrungsmittel.

 

Was nun? Wie kann sich der Einzelne dagegen wehren?

Schon in der Vergangenheit hatten in Notzeiten unsere Vorfahren die Ersatznahrung gerettet. Zahllose Studien belegen, welche positive Auswirkungen Wurzeln, Knollen und unansehnliche Samen verschiedenster Pflanzen wie Getreide oder Hülsenfrüchte auf unsere Gesundheit und Lebenserwartung haben. Ballaststoffe aus Weizen-, Gerste-, Mais-, Hirse-, Buchweizen-, Quinoa-, Amaranth- oder Roggenkörnern geben dem Darm was zu tun. Diese Pflanzensamen bieten Kalorien in Maßen für unseren ohnehin schon überkomfortablen Lebensstil. Dazu vielleicht ein- bis zweimal in der Woche etwas Tierisches - das würde uns tendenziell vor Zivilisationskrankheiten bewahren.


Das ist die große Pointe der Geschichte der letzten Generationen: Die Rückkehr zu dem, wovor unsere Urgroßeltern, Großeltern und Eltern geflüchtet waren. Die Rückkehr zu spelzigen Samen und manchmal holzigem Gemüse.


Hierfür müssen wir aber über den evolutionsbiologischen Schatten des Verschmähens von Ersatznahrung springen. Eine wirklich schwierige Aufgabe, wie jeder Lehrer weiß, wenn er zwölfjährigen burger- und colagewöhnten Kids etwas von gesunder Ernährung erzählen will. Dazu benötigt man Energie, Einsicht und Know-how. Es braucht den Willen zur Veränderung und den Antrieb, Neues kennenzulernen.

Es gibt jedoch statistische Anzeichen, wonach laufend mehr Menschen in diese Richtung umschwenken. Willkommen zurück in der Vergangenheit, willkommen in der Zukunft.

Reinhard Neumeier, März 2011

 

Zum ersten Teil dieser Serie Vorzugsnahrung: Das will ich essen!


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