Ganzheitliches Counseling in Wien Nach Kategorien Ernährung Die zwei wichtigsten Regeln fürs Abnehmen - schlank bleiben - dem Affen Zucker geben (4)

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Die zwei wichtigsten Regeln fürs Abnehmen - schlank bleiben - dem Affen Zucker geben (4) Drucken E-Mail


Zu donnern begann es und zu blitzen, eine schwere Wolke lag auf dem Berg, und es ertönte mächtiger Hörnerschall. Der Berg Sinai war in Rauch gehüllt und der Herr sprach zu Mose: Steig hinab und warne das Volk. Mose stieg hinab und sprach:

Du SOLLST NICHT und du SOLLST, du SOLLST und du SOLLST NICHT, du SOLLST, du SOLLST, NICHT, NICHT, ...

Das Volk nahm es wahr, und sie zitterten“ (direkt und sinngemäß aus Exodus 19 und 20)


Nicht nur im religiösen Bereich stellen Verbote und Gebote beliebte Instrumente der Steuerung anderer dar. Auch im Diätbereich wird geboten und verboten, was das Zeug hält. Exakt und zu 100% sind die Anweisungen zu befolgen - ob sie nun von einem lokalen hebräischen Feuergott stammen oder einem amerikanischen Diätguru. Anderenfalls droht das Strafgericht in Form ewiger Verdammnis oder wachsender Kleidergrößen.


So einfach und verbreitet diese Mittel der Beeinflussung sind, so ungeeignet sind sie angesichts des gegenwärtigen, vielfältigen und dynamischen Lebens. Es gibt deutlich Besseres - zum Beispiel ein heuristisches Vorgehen. Heuristik ist die Kunst, gute Lösungen trotz begrenzten Wissens und wenig vorhandener Zeit zu erhalten. Salopp gesagt: Heuristiken bestehen aus Faustregeln, die rasch zu zufriedenstellenden und brauchbaren Ergebnissen führen. Heuristiken sind insbesondere dort geeignet, wo es DIE EINZIGE und LETZENDLICH IMMER GÜLTIGE LÖSUNG nicht gibt. Wie sowohl beim Sinn und Zweck unseres Lebens als auch bei gesunder Ernährung.



Um dauerhaft schlank zu bleiben, gibt es zwei wichtige heuristische Regeln:


1. Nur dann essen, wenn du hungrig bist.

Hopps. Hungrig sein – wie fühlt sich das an, was ist das? Wer von uns kennt Hunger? Außer er/sie quält sich gerade mit dem Abnehmen. Gefühle des Hungers tauchen auf, wenn zuwenig Energie im Blut kreist, wenn du dich schwach und matt fühlst, vielleicht sogar zitterst. Wenn vorher der Magen geknurrt hatte.

Hunger ist keinesfalls etwas, dem wir heutzutage oft begegnen. Eher das Gegenteil: Die Empfindung des Vollseins. Dies ist eine Empfindung, als wäre in der Körpermitte etwas vorhanden: An den Gürtel von innen stoßend, leicht aufgequollen, wölbend, hängend. Wenn du Ähnliches spürst, bist du satt, hast du KEINEN Hunger. Jetzt essen wäre keine gute Idee.


2. Nur das esssen, was dein Herz begehrt.

Iss das, was dich anspricht, was dein Körper (der Gaumen, das Herz,..) haben will. Genieße das, was dir schmeckt. Hol dir, wonach dein Bauch strebt. Gönn dir, wovon du träumst. Verzehr mit verzückten Augen den saftigen Schweinsbraten. Lass dir das Stück Sachertorte mit einer Portion Schlagobers schmecken.

Freu dich drauf, nimm langsam und genießerisch Stück für Stück in den Mund. Und sei anschließend zufrieden: Mit dir und der Welt. Denn nun hast du erfahren: Die Welt liebt dich und du liebst die Welt. Wunderbar. Diese Freude samt anschließender Zufriedenheit wird dich lange tragen.




Römisches Geschirr


Hunger spielt sich zutiefst körperlich ab. Es wird gerne mit Appetit verwechselt. Doch Hunger hat damit überhaupt nichts zu tun. Appetit ist ein psychisches Phänomen, es bezeichnet die lustvolle Regung, etwas Bestimmtes zu essen. Ein Duft, der in die Nase steigt, kann Appetit erzeugen. Kunstvoll angerichtete Speisen führen oft zu Appetit, jedoch keinesfalls zu Hunger. Appetit wurde im Laufe des Lebens erlernt und ist kopf- und bewusstseinsgesteuert. Hie und da aufgrund eines Appetits zu kosten oder zu essen, stellt kein Problem dar. Aber Appetit mit Hunger verwechseln und immer dann essen, wenn diese Kopfwünsche auftauchen, wird dich kontinuierlich und dauerhaft zunehmen lassen.


Gewohnheiten stellen ähnliche Fallen dar wie Appetit. Gewohnheiten sind ohne Zweifel wichtig: Sie vereinfachen, bieten Struktur und Sicherheit. Wenn du jedoch tagein, tagaus ißt, weil es 12 Uhr geworden ist oder die Arbeitskollegen essen gehen - das wird dich von den Freuden des Essens entfernen und irgendwann wohl auch zu- statt abnehmen lassen. Auch hier gilt: Gewohnheiten haben mit Hunger nichts zu tun. Diese automatischen Handlungsmuster entfremdet dich – ab einer gewissen Intensität und Häufigkeit - von dir selbst.



Anders und viel positiver wirken die zwei vorgestellten heuristischen Regeln. Sie führen dich schnurstracks zu dir. Du lernst, mehr auf deinen Körper und in dein spezifisches Innere zu hören. Ganz im Gegensatz zu den anfangs geschilderten Verboten und Geboten von Religionsführern und Diäterfindern. Du-sollst- und Du-sollst-nicht-Befehle gehen nicht an Individuen, sondern an in jeder Hinsicht gleiche Ameisen. Automaten- und ameisengleich hast du zu gehorchen und zu zittern. So wirst du dir selber fremd werden.


Reinhard Neumeier, Juni 2011


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