Ganzheitliches Counseling in Wien Nach Kategorien Ernährung Mit sich ins Reine kommen - schlank bleiben - dem Affen Zucker geben (9)

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Mit sich ins Reine kommen - schlank bleiben - dem Affen Zucker geben (9) Drucken E-Mail


Halt, halt – genug, wir haben nun fünf heuristische Regeln („Annäherungsregeln“) in den bisherigen acht Folgen dieser Serie besprochen. Wer soll sich die gut merken oder anwenden? Und vergessen wir nicht, wir Menschen gleichen im Alltag großen Öltankern: Die Drehung am Steuerrad wird den Tanker erst nach 20 km aus seiner bisherigen Richtung lenken. Wir Menschen benötigen rund 50 Impulse, um unser Verhalten zu verändern. 50!

Und warum ist das vermutlich so? Zum Beispiel, weil wir Menschen komplexe Systeme darstellen, die viele, zum Teil relativ unabhängige Untersysteme aufweisen. Diese Systeme einer tieferen Ebene wiederum besitzen ihre automatisierten Routinen, die immerhin so erfolgreich waren, dass wir bis jetzt überlebt haben. Diese Untersysteme ändern ihre Abläufe daher gar nicht 'gerne'. Diese ineinanderverwobenem Signal- und Verarbeitungssystemen sind mehr oder weniger gut miteinander verwoben und voneinander abhängig.

Was tut sich hier?


Es tut sich -->in Zeiten von Diäten:

Diäten benötigen enorm viel psychische Energie, sie überfordern sowohl Körper als auch Geist. Jeder Diätstartende nimmt sich gefangen. Für einige Wochen steckt er sich selbst ins Gefängnis - als Sheriff und Häftling in Personalunion. Noch eine erfolglose Diät und wieder - schon landet er im psychologischen Hochsicherheitstrakt. Ohne Zellengenossen wie Genuß, Geschmack und der täglichen Freude am Leben. Allein gelassen nun mit seinen rebellierenden Subsystemen wie Bewusstsein, Gefühlen, Muskeln, ... Was wird am Ende einer Diät der nun wieder Freie machen? Natürlich sich ins Leben stürzen. Das machen, wovon wochenlang geträumt wurde: Er stillt seinen Heißhunger auf Süßes, Heißhunger auf Salziges, Heißhunger auf Bratwurst, Bier, Pizza und Mayonnaise. Ein Heißhunger, der sehr lange anhalten wird. Jede Diät ist daher eine Einstiegsdrogen für weitere psychische Unausgeglichenheiten.

 

Es tut sich -->in Zeiten der Normalität:

Bitte sich ehrlich fragen, aus welchen Gründen soeben gegessen wurde:

Weil ..

  • .. ich hungrig war
  • .. es 12 Uhr Mittag war
  • .. mir langweilig war
  • .. ich frustriert, gestresst oder nervös war und durch Essen meine Emotionen regulieren wollte
  • .. ich ein Bedürfnisse befriedigen musste (etwa eine stille Sehnsucht nach Anerkennung oder Liebe, ...)
  • .. der Partner oder das Kind zu essen anfing
  • .. weil ich fern sah und dazu unaufmerksam den Teller leerschaufelte?

Protokollieren Sie mal eine Woche, warum Sie essen. Die einfache Auswertung wird in aller Regel ergeben, dass Hunger der seltenste Grund war zu essen.

 

Eine Gemischtwarenhandlung in Pürgg / Ennstal


Wie könnte es anders und besser gehen?

Die Liste der genannten Essensgründe zeigt aus einer Gesamtsicht den Hauptweg an, wie es besser gehen könnten: nämlich zuerst - oder wenigstens gleichzeitig während des Prozesses der Änderung des Ernährungsverhaltens - Geist und Körper in Balance bringen. Sich selbst beobachten und erkennen, wo man steht. Für ein gesundes Essverhalten sollte man mit sich im Reinen sein. Zumindest halbwegs im Reinen – hundert Prozent wird es ohnehin nie geben. Psychologisch stabil zu sein, heißt nichts anderes, als dass die unzählbaren bisherigen Erfahrungen und Gefühle zu den Abläufen der aktuellen Lebenssituation und zu momentanen Lebensanforderungen des Menschen passen.

Nicht das Zählen von Kalorien ist wichtig für das stabile Halten des  Gewichtes, sondern psychisch ausgeglichener zu werden. Mit sich und der Umwelt ins Reine kommen. Vielleicht professionelle Unterstützung für dieses psychologische Reinemachen und Überholen in Anspruch nehmen.

Ein gesundes Essverhalten zu etablieren, ist ein Langfristprojekt. Es kann unter Umständen ein oder zwei Jahre dauern. Es ist auch nie ganz zu Ende. Der lange Atem mit viel Geduld, Akzeptanz und Liebe zu sich selbst aber wird den Strebenden zum Ziel bringen: dauerhaft schlank bleiben!

Reinhard Neumeier, Wien im Dezember 2011

 

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