Ganzheitliches Counseling in Wien Nach Kategorien Psychologie & Gesellschaft „Verfolgung eines vermutlich flüchtigen Straftäters im Zuge der Nacheile“

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„Verfolgung eines vermutlich flüchtigen Straftäters im Zuge der Nacheile“ Drucken E-Mail


Slowakei Verkehrsunfall PKW 2009

Folgender Auszug entstammt eventuell einem Bericht über eine Festnahme oder aus dem Drehbuch eines Tatort-Autors.

 

HAFT

Land und Ort:           Irgendwo im norddeutschen Sprachraum

Festgenommener:    Kahli M. (Name verändert)

Festnahme:               xx. x. 200x, 01:15 – 03:00 Uhr (nachts)

Gründe:                    Verdacht auf Diebstahl eines Motorrades, Verdacht auf Gefährdung der körperlichen Sicherheit im Straßenverkehr, Verdacht auf unbefugten Aufenthalt


Darstellung des Geschehens durch den handelnden Exekutivbeamten:


"Um 0:45 stand ich in Höhe der (Straßenname) – gegenüber konnte ich das angeführte Krad wahrnehmen – bei Motorrädern in meiner Gegend werde ich automatisch hellhörig – bei einer schnellen Kontrolle fiel mir auf, dass am Krad das Kennzeichen fehlte. Da mir dieser Umstand suspekt vorkam, beschloss ich eine Lenkerkontrolle und Fahrzeugkontrolle durchzuführen. Ich schaltete das Blaulicht an meinem Streifenkraftwagen und setzte mich hinter das Krad, um es anzuhalten. Kaum hatte ich das Blaulicht aufgedreht, gab der Angezeigte auch schon Vollgas.

Es folgte nun eine Hochgeschwindigkeitsverfolgung, wie man sie ansonsten nur in Kinofilmen sieht ! Ich hatte das Blaulicht an, blinkte den Lenker mit der Lichthupe an, und schaltete noch zusätzlich das Folgentonhorn ein. Der Lenker musste mich bemerkt haben, wenn er mich bemerken wollte.

ich versuchte die anderen Fahrzeuglenker mit dem Blaulicht und dem Folgentonhorn vor dem durchgedrehten Kradlenker zu warnen. Wir hatten zwischenzeitlich eine Geschwindigkeit von 120 km/h !!

Es war unheimlich schwer, dem Kradlenker mit meinem unterlegenen (Automarke) zu folgen – ich holte alles aus dem Funkwagen raus, … Er konnte mich einfach nicht abschütteln. … ich klebte förmlich an seinem Hinterrad.

Zwischenzeitlich fuhren wir wieder mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 km/h und überfuhren schon an die 30 Ampeln bei Rotlicht! Es gab fast keine Ampel, die der Lenker nicht bei Rotlicht überfuhr – er lenkte sein Krad quasi als ob der Teufel hinter ihm her wäre.

Es war einfach unglaublich – der Lenker fuhr mit seinem unbeleuchteten Krad mit einer Geschwindigkeit von ca. 100 km/h durch (Ortsname).

Der Lenker wurde immer nervöser in seinem Fahrstil – er wurde langsamer und wieder schneller, und fuhr die ganze Zeit über nur mehr in Schlangenlinien. … und bremste das Krad völlig grundlos stark ab, dass ich trotz einer Notbremsung hinter ihm eine leichte Kollision mit dem Krad nicht vermeiden konnte. … Der Lenker fiel in den dortigen Grünstreifen, und kam auch dort zu liegen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause meinerseits (das Adrenalin pumpte nur so durch meinen Körper) sprang ich aus meinen Streifenkraftwagen, lief um das Fahrzeug, und rang den Lenker unter Einsatz von erheblicher Körperkraft zu Boden – er stand schon wieder auf den Beinen nach dem Sturz.

Da er nun wohl seine Niederlage eingestehen musste, blieb er am Bauch liegen. … Er schrie zwar wie am Spieß, jedoch konnte ich keine offensichtlichen Verletzungen vom Sturz wahrnehmen.

Eine (Datenbank-)Anfrage ergab dann weiters, dass eine aufrechte KFZ Entfremdung aus (Ortsname) vorliegt. Die halsbrecherische Flucht des K. war also darauf zurückzuführen, dass er das Motorrad gestohlen hatte.

...

Weiters ist das Krad schon 10 Jahre alt, und hat aus diesem Grund wohl auch keinen großen Wert mehr. (Es) besteht jedoch ein aufrechtes Aufenthaltsverbot gegen den Khali - aus diesem Grund ordnete der (zuständige Richter) um 03:00 Uhr die vorläufige Festnahme des K. nach dem (Bezeichnung des Gesetzes) an.

Begründung der Festnahme: Der Khali wurde von mir festgenommen, da er für mich auf frischer Tat nach Diebstahl eines Krades betreten wurde. Da der Diebstahl aber schon seit (das  angeführte Datum liegt zwei Wochen in der Vergangenheit) zurückliegt, fiel die frische Tat weg.“


Unbenannter Autor


Notiz: Es ist schwierig, nach mehrstündigem Streifendienst und einer gefährlichen Verfolgungsjagd nachts ab drei Uhr einen emotionslosen Bericht zu schreiben. Authentisch wirkt dieser Bericht auf jeden Fall. Wir deutschsprechenden Mitteleuropäer werden von engagierten Exekutivbeamten beschützt und das ist gut so! 


Bild: Slowakei 2005 - kurz nach einem Zusammenstoß zweier PKW auf einer Brücke

 
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