Ganzheitliches Counseling in Wien Nach Kategorien Psychologie & Gesellschaft Psychische Erkrankungen: Meist heilbar wie ein ganz gewöhnlicher Beinbruch!

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Psychische Erkrankungen: Meist heilbar wie ein ganz gewöhnlicher Beinbruch! Drucken E-Mail

Tulpen vor einem Bauernhaus im österreichischen Weinviertel

 

Psychische Krankheiten ähneln oft Gegebenheiten, wie sie gestörte Schaltkreise in elektronischen Geräten zeigen

- und sind daher auch heilbar wie ein ganz gewöhnlicher Beinbruch, vielleicht etwas mühsamer aber doch.  Jeder Zweite in den westlichen Industriestaaten erkrankt mindestens einmal im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Jeder dritte Europäer leidet ein Mal im Jahr an psychischen Problemen - oft ist es Angst oder Depression. Warum daher daraus ein gesellschaftliches Tabu machen? Das Gehirn ist ein Organ und Instrument unserer Körpers wie Herz, Lunge, Leber, Arme oder Beine. Depression, übertriebene Angst oder Sucht sind vergleichbar mit einem - vielleicht komplizierteren - Bruch eines Beines.

 

Mit Aufmerksamkeit, Geduld und professionellem Know-how ist ein Beinbruch in der Regel bestens heilbar. Das Gleiche gilt für psychische Störungen oder besser Erkrankungen: Zwanghaft wiederkehrende Gedanken oder der Drang, die gleichen Handlungen immer wieder auszuführen (wie übertrieben häufiges Händewaschen) oder tief sitzende Traumata oder auf Dauer depressiv-antriebslose Patienten, ... werden von immer mehr Neurologen als Symptome gestörter Schaltkreise im Gehirn aufgefasst.


Das Gehirn mit einem Computer vergleichen? Nein - dagegen haben sich bisher Kulturwissenschaftler und viele Psychologen zu Recht ausgesprochen. Das menschliche Gehirn gilt als die vielleicht komplexeste Struktur unseres Universums. Erinnerung etwa funktioniert nach anderen Prinzipien als das Abrufen einer Datei von einer Festplatte. Aber auf  tieferliegender Ebene - den assoziativen Netzwerken - allerdings scheint der Vergleich zu Fehlfunktionen innerhalb eines Rechenchips fruchtbar zu sein. Und sei es nur, um zu erkennen, dass unser Gehirn, wie andere Organe auch, nicht ein Leben lang fehlerfrei arbeiten kann.


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Es zeichnet sich derzeit ab, daß diese Auffassung von 'gestörten neurologischen Schaltkreisen' auf tiefer Ebene durch bildgebende Verfahren (zum Beispiel mittels Magnetresonaztomographie) besser belegt wird. Damit allerdings wäre das Bild 'neurologische Schaltkreise' mehr als nur ein bildlicher Vergleich: Diagnosen und Behandlungen psychischer Erkrankungen werden nicht mehr wie bisher allein aufgrund eines bestimmten Bündels von Symptomen erstellt. In naher Zukunft könnten uns naturwissenschaftliche Möglichkeiten helfen, psychische Störungen festzustellen. Damitkönnen die psychischen Erkrankungen präziser diagnostiziert und mittels entsprechender Methoden besser behandelt werden.


Auch wird verständlicher, warum einfache, aber gekonnt durchgeführte Aufmerksamkeitsübungen rückkoppelnd auf sanfte, selbstregulierende Weise helfen, seelische Störungen zu verbessern. So wirken Achtsamkeitsübungen (etwa angewandt in der psychologischen Akzeptanz- und Commitmenttherapie) auf das Stammhirn, in welchem grundlegende Parameter wie Blutdruck, Atmung, allgemeiner Muskeltonus etc., sozusagen die allumfassende, materiell-psychische Basis gesteuert werden.

Diese meditativen gelassen machenden Achtsamkeitsübungen wirken daher über diese Subsysteme oft allgemein und sanft positiv zurück auf psychische Erkrankungen.


Reinhard Neumeier, April 2011



 
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